Schweiz
Schule - Bildung

Schweiz verfehlt das 2011 festgelegte Bildungsziel immer mehr

KEYPIX - Kinder der ersten Klasse am ersten Schultag in der Schule Chruezaecher in Regensdorf, aufgenommen am Montag, 18. August 2025 in Regensdorf. (KEYSTONE/Michael Buholzer)
Nicht alle sind in der Schule interessiert wie dieses Mädchen der 1. Klasse in Regensdorf.Bild: keystone

Schweiz verfehlt das 2011 festgelegte Bildungsziel immer mehr

23.03.2026, 10:5723.03.2026, 13:36

In der Schweiz erreichen noch 90,1 Prozent aller 25-Jährigen einen Abschluss auf der Sekundarstufe II. Das zeigt der neuste Bildungsbericht Schweiz, der alle vier Jahre vorgelegt wird. Ziel wäre, dass 95 Prozent aller 25-Jährigen einen solchen Abschluss aufweisen.

Noch im Jahr 2016 hätten 91,5 Prozent aller 25-Jährigen einen Abschluss auf der Sekundarstufe II erreicht, teilten der Bund und die Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren (EDK) am Montag mit. Das heisse aber auch, dass diese Quote auf einem seit Jahren stabil hohen Niveau verbleibe.

Das sei mit Blick auf die Arbeitsmarktfähigkeit der 25-Jährigen wichtig. Unter dem Titel Sekundarstufe II werden in der Schweiz nachobligatorische Bildungsgänge wie gymnasiale Maturitätsschulen, Fachmittelschulen und berufsbildende Ausbildungsgänge zusammengefasst.

Berufsbildung in Romandie schwächer verankert

Seit dem Jahr 2010 erarbeitet die Schweizerische Koordinationsstelle für Bildungsforschung (SKBF) alle vier Jahre einen Bildungsbericht Schweiz. Sie tut dies im Auftrag des Bundes und der EDK und hat den neusten Bericht am Montag in Bern Bundespräsident Guy Parmelin und dem Walliser Staatsrat Christophe Darbellay übergeben.

Parmelin ist Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF), Darbellay präsidiert derzeit die EDK.

Bundespraesident Guy Parmelin, Mitte, Staatsrat Christophe Darbellay (VS), Praesident der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren EDK, links, Stefan C. Wolter, Direktor Schwei ...
Parmelin und Darbellay bei der Vorstellung des Bildungsberichts.Bild: keystone

An der Medienkonferenz erklärte Darbellay die sinkende Abschlussquote mit der in der Westschweiz immer noch als zu wenig attraktiv geltenden Berufsbildung. In den Westschweizer Kantonen betrage die Quote zwischen 85 und 92 Prozent, in der Deutschschweiz zwischen 92 und 96 Prozent.

Der unterschiedliche Wert der Berufsbildung zeige sich in seinem Heimatkanton Wallis, sagte Darbellay weiter: Im französischsprachigen Monthey erreiche die Quote der 25-Jährigen mit einem Abschluss auf Sekundarstufe II 82 Prozent, in Visp im Oberwallis 98 Prozent. Dort sei die Berufsbildung stark.

«Wir müssen noch viel Überzeugungsarbeit leisten, damit die Eltern verstehen, dass die Berufsbildung unter Umständen der bessere Weg ist», sagte Bundespräsident Parmelin.

Noch nicht zufrieden sind Bund und Kantone auch mit der Zahl der Studienabbrüche: «Aktuell verharrt die Quote auf konstant hohem Niveau», schreiben sie. «Rund 24 Prozent der Studienanfängerinnen und -anfänger erreichen bis acht Jahre nach Beginn keinen Bachelorabschluss an einer universitären Hochschule.»

Auswertung des Berichts folgt erst noch

In einer ersten Einschätzung des neuen Bildungsberichts betonten Parmelin und Darbellay, dass die gemeinsamen bildungspolitischen Ziele langfristig angelegt seien. Ob zusätzliche Massnahmen oder neue Zielsetzungen erforderlich sind, soll nun auf Grundlage des neuen Berichts geprüft werden.

Der Bericht ist rund 400 Seiten stark und bündelt nach Angaben der Besteller das aktuelle Wissen zum Schweizer Bildungssystem über alle Bildungsstufen hinweg. Bund und Kantone tragen gemäss Bundesverfassung gemeinsam die Verantwortung für den Bildungsraum Schweiz. Während die obligatorische Schule in der Kompetenz der Kantone liegt, sind die Zuständigkeiten im nachobligatorischen Bereich zwischen Bund und Kantonen aufgeteilt. (pre/sda)

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85 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Nestor_Leroy
23.03.2026 11:57registriert Oktober 2024
Das wundert mich nicht. Seit die Lehrerin (Lehrer gibt es kaum noch) nicht mehr lehren darf, sondern vor allem nur noch begleiten, erstaunt es nicht, dass immer mehr Schüler den Sek.II-Abschluss nicht mehr schaffen. Viele Schulreformen der letzten 30 Jahre sind totale Rohrkrepierer von Schulentwicklerinnen, denen das Unterrichten zu streng wurde und in die Reformindustrie gewechselt haben und dort mit Worthülsen gefüllten Schalmeienklängen Politiker dazu drängten, dass man z.B in den ersten Klassen schreiben nach Gehör könne. Die Rechtschreibung könnten die Schüler später auch noch lernen.
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Christoph P.
23.03.2026 12:01registriert März 2026
In gewissen Gegenden ist der Ausländeranteil welcher nicht einmal unserer Sprache richtig mächtig ist sehr hoch und somit blockiert er das das System einer Gesamtschule, es wäre besser solche Schüler wieder in eine Sonderklasse auszusondern und später einzuschulen. Im Weiteren verlernt das Handy und KI das selbständige Denken, mann kann vieles nachsehen und muss ich nicht selbstständig erarbeiten, ich bin eh der Meinung dass die Digitalisierung und die künstliche Intelligenz der Untergang der zivilisierten, der selbständigen Welt sein wird.
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Sturmliechtli
23.03.2026 16:38registriert Februar 2025
mein göttibueb bekam damals die lehrstelle kurz nach der schnupperlehre angeboten. er sei der einzige der 3 dinge erfülle: anstand (morge,grüezi,schöne abig), pünktlichkeit und interesse zeigte.
das die schulnoten ausgezeichnet waren war beinahe nebensächlich. ich war ehrlich gesagt etwas baff. im herbst schliesst er ab.
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